
Dreadlocks sind verfilzte, strangförmige Haarsträhnen, die durch gezieltes Verdrehen und Verfilzen einzelner Haarpartien entstehen und sich mit der Zeit zu festen, dauerhaften Strängen verbinden. Die Technik hat eine lange Geschichte in afrikanischen Kulturen und wurde besonders durch die Rastafari-Bewegung in Jamaika bekannt, wo sie neben der ästhetischen auch eine spirituelle und kulturelle Bedeutung trägt. Heute werden Dreadlocks von Menschen unterschiedlichster Herkunft getragen, wobei die kulturellen Wurzeln der Frisur respektvoll anerkannt werden sollten.
Dreadlocks lassen sich auf fast jeder Haarstruktur anlegen, wachsen aber je nach Methode und Haartyp unterschiedlich schnell zu festen Strängen zusammen. Lockiges und krauses Haar verfilzt dabei meist schneller als glattes Haar, das anfangs etwas mehr Nacharbeit braucht. Auf dieser Seite erfährst du, wie Dreadlocks entstehen, wie du sie pflegst und was sie beim Friseur kosten können.
Da die Frisur eng mit bestimmten kulturellen und spirituellen Traditionen verbunden ist, lohnt sich vor dem Tragen ein bewusster Umgang mit dieser Herkunft, unabhängig von der eigenen Haarstruktur. Das bedeutet vor allem, sich mit der Geschichte der Frisur auseinanderzusetzen und sie nicht nur als modisches Accessoire zu betrachten. Viele Fachkräfte, die Dreadlocks anlegen, erklären diesen Hintergrund im Beratungsgespräch gerne mit.
So entstehen Dreadlocks
Zuerst werden die Haare in viele kleine, gleich große Abschnitte unterteilt, die später jeweils zu einem eigenen Dread werden. Jede Partie wird dann mit Techniken wie Backcombing, Twist-and-Rip oder dem Häkeln mit einer speziellen Nadel gezielt verfilzt, bis sich eine feste Struktur bildet. Je nach Methode und Haarstruktur dauert die erste Anlage mehrere Stunden, und die Dreads brauchen danach Wochen bis Monate, bis sie sich vollständig gefestigt haben.
- 1Haare in Abschnitte teilen
- 2Ansatz verfilzen oder häkeln
- 3Mit Wachs oder Gel fixieren
- 4Enden formen
- 5Regelmäßiger Retwist zur Nachpflege
Nach der Erstanlage sind regelmäßige Nachbehandlungen wichtig, bei denen der nachgewachsene Ansatz erneut verfilzt oder gehäkelt wird, damit die Dreads gleichmäßig weiterwachsen. Dieser sogenannte Retwist wird meist alle vier bis acht Wochen wiederholt, abhängig von der individuellen Wachstumsgeschwindigkeit.
Methoden und Varianten von Dreadlocks
Natürliche Dreadlocks
Bei dieser Methode wird das Haar nicht aktiv verfilzt, sondern einfach nicht mehr gekämmt, sodass es sich über Wochen und Monate von selbst zu Strängen verbindet. Dieser Weg dauert deutlich länger, gilt aber als besonders schonend für die Haarstruktur.
Gehäkelte Dreadlocks
Mit einer speziellen Häkelnadel werden einzelne Haare in die jeweilige Partie zurückgezogen, bis eine feste, von Anfang an ordentliche Struktur entsteht. Diese Methode liefert schnell ein gleichmäßiges Ergebnis, braucht aber etwas Erfahrung in der Ausführung.
Dreadlocks mit Extensions
Wer nicht warten möchte, bis die eigenen Dreads ihre volle Länge erreichen, kann sich zusätzliche Kunsthaar- oder Echthaar-Extensions einarbeiten lassen. Diese Variante liefert sofort Länge und Volumen, braucht aber eine sorgfältige Pflege der Verbindungsstellen.
Freeform Dreadlocks
Bei dieser Methode wird das Haar überhaupt nicht aktiv geformt, sondern komplett sich selbst überlassen, sodass unregelmäßige, individuelle Stränge in unterschiedlichen Stärken entstehen. Diese Variante gilt als besonders naturbelassen, braucht aber viel Geduld, bis sich ein gleichmäßiges Gesamtbild einstellt. Wegen der unregelmäßigen Struktur eignet sie sich vor allem für alle, die ein organisches, unperfektes Ergebnis bevorzugen.
| Methode | Dauer bis zum Ergebnis | Wirkung | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Natürlich wachsen lassen | Wochen bis Monate | unregelmäßiger, organisch | geduldigem Vorgehen |
| Gehäkelt | sofort sichtbar | gleichmäßig, ordentlich | allen Haarstrukturen |
| Mit Extensions | sofort in voller Länge | viel Volumen | braucht sorgfältige Pflege |
So bereitest du den Termin vor
Dreadlocks solltest du dir in der Regel von erfahrenen Fachkräften anlegen lassen, da die Erstanlage mehrere Stunden dauert und über die spätere Struktur entscheidet. Informiere dich vorab, mit welcher Methode der Salon arbeitet, und erwähne deine Haarstruktur, damit die Partien passend eingeteilt werden können. Plane für den ersten Termin ausreichend Zeit ein und frage direkt nach den Kosten für die spätere Nachpflege. Eine gute Adresse für den Termin findest du über die Friseursuche in deiner Nähe.

Pflege und Nachpflege von Dreadlocks
Dreadlocks brauchen regelmäßige Pflege, auch wenn sie insgesamt weniger tägliches Styling erfordern als offenes Haar. Wichtig ist vor allem eine saubere Kopfhaut, da sich darunter sonst Rückstände von Produkten oder Schweiß ansammeln können. Spezielle, rückstandsfreie Shampoos helfen dabei, die Dreads sauber zu halten, ohne sie wieder aufzulösen.
- Wasche die Kopfhaut regelmäßig mit einem rückstandsfreien Shampoo für Dreadlocks.
- Lass die Dreads nach dem Waschen vollständig trocknen, bevor du sie zusammenbindest.
- Plane einen Retwist-Termin alle vier bis acht Wochen ein, um den Ansatz zu pflegen.
- Vermeide zu schwere Öle direkt auf der Kopfhaut, die Rückstände begünstigen können.
- Binde die Dreads nachts locker zusammen, um Spannung am Haaransatz zu vermeiden.
- Prüfe die Dreads regelmäßig auf Feuchtigkeit im Inneren, besonders in den ersten Monaten.
- Trage nachts eine lockere Mütze oder ein Tuch, um Reibung auf dem Kissen zu reduzieren.
- Besprich mit der Fachkraft, welches Intervall für den Retwist zu deiner Wachstumsgeschwindigkeit passt.
Gerade in der Anfangszeit lohnt es sich, Geduld mitzubringen, weil frische Dreads noch locker sind und erst nach einigen Wochen bis Monaten ihre endgültige, feste Struktur erreichen. In dieser Phase helfen regelmäßige Kontrollen beim Fachsalon, um frühzeitig zu erkennen, ob sich einzelne Stränge ungleichmäßig entwickeln. Mit der Zeit wird der Pflegeaufwand geringer, weil die Dreads stabiler werden und weniger anfällig für offene Stellen sind.
Auch beim Sport oder beim Schwimmen lassen sich Dreadlocks problemlos tragen, solange sie nach dem Kontakt mit Chlor- oder Salzwasser gründlich mit klarem Wasser ausgespült werden. Feuchtigkeit, die über längere Zeit im Inneren der Dreads eingeschlossen bleibt, begünstigt unangenehme Gerüche und sollte deshalb möglichst vermieden werden. Ein Handtuch oder ein Mikrofasertuch zum Abtupfen nach dem Waschen hilft dabei, die Trocknungszeit deutlich zu verkürzen.
Häufige Fragen zu Dreadlocks
Wie macht man Dreadlocks?
Die Haare werden in viele kleine Abschnitte unterteilt, die anschließend mit Techniken wie Backcombing oder Häkeln gezielt verfilzt werden. Je nach Methode und Haarstruktur dauert die Erstanlage mehrere Stunden, danach festigen sich die Dreads über Wochen bis Monate weiter.
Woher kommen Dreadlocks ursprünglich?
Die Technik hat eine lange Geschichte in afrikanischen Kulturen und wurde besonders durch die Rastafari-Bewegung in Jamaika weltweit bekannt, wo sie auch eine spirituelle und kulturelle Bedeutung trägt. Diese Herkunft wird heute von vielen Trägerinnen und Trägern bewusst respektiert.
Kann man Dreadlocks waschen?
Ja, Dreadlocks müssen regelmäßig gewaschen werden, idealerweise mit einem rückstandsfreien Shampoo, das speziell für diese Frisur entwickelt wurde. Wichtig ist, die Dreads danach vollständig trocknen zu lassen, damit sich keine Feuchtigkeit darin hält.
Wie pflegt man Dreadlocks richtig?
Zur Pflege gehören regelmäßiges Waschen der Kopfhaut, ein Retwist-Termin alle vier bis acht Wochen und der Verzicht auf zu schwere Öle direkt auf der Haut. Diese Kombination hält die Dreads über lange Zeit gesund und ordentlich.
Wie bekommt man Dreadlocks wieder raus?
Das Entfernen von Dreadlocks ist aufwendig und erfordert vorsichtiges, geduldiges Auftrennen der verfilzten Strähnen, oft über mehrere Sitzungen. In manchen Fällen ist ein deutlicher Rückschnitt notwendig, wenn sich die Struktur nicht mehr vollständig lösen lässt.
Wie lange dauert es, bis Dreadlocks fest sind?
Je nach Methode und Haarstruktur dauert es mehrere Wochen bis Monate, bis sich Dreadlocks vollständig zu festen, stabilen Strängen verbunden haben. In der Anfangsphase sind regelmäßige Kontrollen beim Fachsalon sinnvoll, um die Entwicklung zu begleiten.
Wer eine Flechttechnik mit afrikanischen Wurzeln ohne Verfilzung sucht, findet mehr dazu auf der Seite zu Cornrows. Für eine sportliche Alternative lohnt sich ein Blick auf Boxer Braids. Einen Überblick über weitere Techniken bietet der Flechtfrisuren-Hub.