Zum Hauptinhalt springen
Ihr Informationsportal rund um den Friseurbesuch

Haartönung – Wissenswertes rund um das Tönen von Haaren

Wer sich eine andere Haarfarbe wünscht, muss nicht zwingend zu einer Coloration greifen. Eine Haartönung verändert den Farbton schonend und lässt sich nach einigen Wäschen wieder herauswaschen. Das macht sie zur ersten Wahl, wenn man eine neue Nuance ausprobieren, einen frischen Glanz erzielen oder die Haare besonders schonend behandeln möchte – ganz ohne dauerhafte Festlegung.

Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen: was eine Tönung von einer Intensivtönung und einer Coloration unterscheidet, wie lange sie hält, ob sie graue Haare abdeckt und worauf es beim Tönen zuhause ankommt. Wer speziell nach kurzlebigen Produkten sucht, findet Details unter auswaschbare Haartönungen.

Haartönung Set mit Tube, Mischschale, Pinsel und Handtuch auf Marmor

Das kennzeichnet eine Haartönung

Eine Haartönung ist eine semipermanente Haarfärbung. Die Farbstoffe lagern sich überwiegend an der äußeren Schuppenschicht an und dringen nur teilweise ins Haar ein. Die Struktur des Haares wird dabei nicht aufgebrochen, das natürliche Pigment bleibt erhalten. Aus diesem Grund kann eine Tönung den vorhandenen Ton nur intensivieren, vertiefen oder farblich nuancieren – die Naturhaarfarbe bildet stets die Basis und scheint mit durch.

Klassische Tönungen arbeiten ohne Oxidationsmittel und ohne Entwickler. Sie heißen deshalb auch Direktzieher: Der Farbstoff ist bereits fertig und legt sich direkt aufs Haar. Mit jeder Haarwäsche verblasst er ein Stück, bis nach etwa sechs bis acht Wäschen kaum noch etwas zu sehen ist. Wer also unsicher ist, ob eine Farbe wirklich passt, geht mit einer Tönung kein dauerhaftes Risiko ein.

Tönung, Intensivtönung und Coloration im Vergleich

Im Drogeriemarkt stehen die Produkte oft dicht beieinander, unterscheiden sich chemisch aber deutlich. Wer eine Haartönung kaufen möchte, sollte den Unterschied kennen, denn er entscheidet über Haltbarkeit, Grauabdeckung und Haarbelastung.

Merkmal Tönung Intensivtönung Coloration
Art semipermanent demipermanent permanent
Produkt Ein-Komponente, kein Entwickler zwei Komponenten, milder Entwickler zwei Komponenten, starker Entwickler
Haltbarkeit ca. 6–8 Wäschen ca. 20–24 Wäschen dauerhaft, wächst heraus
Haarstruktur bleibt intakt ⚠︎ leicht geöffnet stark beansprucht
Aufhellen möglich nein nein ja
Graue Haare ⚠︎ bis ca. 30 % bis ca. 50 % nahezu 100 %

Die Intensivtönung ist also genau genommen schon eine demipermanente Coloration: Sie enthält einen niedrig dosierten Entwickler, dringt tiefer in die Faserschicht ein und hält dadurch deutlich länger als eine klassische Tönung. Wer noch tiefer in die Färbe-Theorie einsteigen will, findet die Grundlagen unter Haarfarbe und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung unter Haare färben.

Warum eine Tönung nicht aufhellt

Eine reine Tönung kann das Haar nicht heller machen. Aufhellen setzt voraus, dass das natürliche Melanin im Haar angegriffen und abgebaut wird – dafür braucht es ein Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid. Eine Direktzieher-Tönung enthält das nicht. Sie wirkt rein additiv, legt also Farbe obenauf, statt vorhandene Farbe zu entfernen. Dunkles Haar bleibt mit einer Tönung dunkel; nur Vertiefen, Auffrischen oder ein Reflex sind möglich. Wer von dunkel auf hell will, kommt um eine Coloration oder Blondierung nicht herum.

Übrigens bedeutet „ohne Ammoniak“ nicht automatisch „ohne Oxidation“. Auch ammoniakfreie Dauerfarben können mit Peroxid arbeiten – der Ammoniakgeruch fehlt, die aufhellende Wirkung aber nicht. Eine wirklich nicht-oxidative Tönung erkennt man daran, dass kein Entwickler beigemischt werden muss.

So decken Tönungen graue Haare ab

Graue Haare sind die häufigste Motivation fürs Tönen – und zugleich die Grenze der Methode. Da graues Haar kein eigenes Pigment mehr besitzt, fehlt der Tönung die Basis, an die sie andocken kann. Eine klassische Tönung kaschiert einzelne graue Strähnen daher nur weich, etwa bis zu einem Grauanteil von rund 30 Prozent. Das Ergebnis wirkt natürlich, ist aber kein deckendes Färben.

Bei mehr Grau liefert eine Intensivtönung das bessere Resultat und deckt bis etwa 50 Prozent zuverlässig ab. Wer komplett ergraut ist und volle Deckung möchte, ist mit einer permanenten Coloration besser beraten. Ein praktischer Tipp aus der Praxis: Beim Tönen grauer Partien ruhig etwas mehr Farbe auftragen und die volle Einwirkzeit nutzen.

5 Tipps für die Haartönung zuhause

Im Supermarkt und in Drogerien wie dm und Rossmann gibt es Haartönungen in großer Auswahl. In der Theorie klingt die Anwendung einfach, in der Praxis wird auch eine simple Tönung schnell zur Herausforderung. Diese fünf Punkte sorgen für ein gleichmäßiges Ergebnis:

  • Beim ersten Mal Hilfe holen: Eine zweite Person erreicht den Hinterkopf und den Ansatz viel gleichmäßiger als man selbst.
  • Alles vorher bereitlegen – Tönung, Pinsel, Handtuch, Handschuhe – und alte Kleidung tragen, empfindliche Oberflächen abdecken.
  • Die Anleitung aufmerksam lesen und strikt befolgen. Meist kommt die Tönung ins handtuchtrockene oder leicht angefeuchtete Haar.
  • Zügig und am Stück auftragen, damit die Einwirkzeit überall gleich ist – sonst entstehen nach dem Auswaschen Farbunterschiede.
  • Vorher einen Strähnentest machen: So sieht man, wie die Farbe auf dem eigenen Haar wirkt, bevor der ganze Kopf dran ist.
Europäische Frau mit frisch getöntem kastanienbraunem Haar im Spiegel

Diese Fehler kosten das schöne Ergebnis

Die meisten Enttäuschungen entstehen nicht durch das Produkt, sondern durch die Anwendung. Ein häufiger Irrtum ist die Erwartung, eine Tönung könne aufhellen oder graue Haare voll abdecken – beides geht nicht. Auch eine zu dunkle Nuance ist tückisch: Auf hellem oder blondiertem Haar zieht Farbe wegen der hohen Porosität sehr schnell und oft dunkler als gedacht. Hier lieber eine Nuance heller wählen und die Einwirkzeit verkürzen.

Blondierte oder aufgehellte Haare lassen sich mit einer Tönung gezielt nachbehandeln: Ein passender Ton neutralisiert Gelb- oder Orangestiche und gibt Glanz zurück. Wegen der offenen Struktur sollte man dabei besonders vorsichtig dosieren und anschließend mit Pflege arbeiten. Mehr zu kurzlebigen Varianten steht unter auswaschbare Haartönungen.

Checkliste vor dem Tönen:

  • Produkttyp geprüft – Tönung, Intensivtönung oder Coloration?
  • Realistisches Ziel: Vertiefen ja, Aufhellen nein.
  • Nuance passend zur Naturhaarfarbe gewählt.
  • Strähnentest und Allergietest gemacht.
  • Utensilien bereit, Kleidung und Oberflächen geschützt.

Tönen lassen lohnt sich beim Profi

Im Salon ist die Tönung in guten Händen: Friseurinnen und Friseure schneiden nicht nur, sondern kümmern sich auch um die Farbe – und sind dabei nicht auf Colorationen festgelegt. Sie wählen den passenden Ton zur Naturhaarfarbe, gleichen den Ansatz aus und tragen gleichmäßig auf. Wer das schon einmal selbst versucht hat, weiß den Unterschied zu schätzen. Eine Tönung im Salon kostet je nach Haarlänge meist zwischen 25 und 60 Euro – für gleichmäßiges Grau-Kaschieren, Glanz oder eine neue Nuance ohne Festlegung ist das gut investiert.

Häufige Fragen zur Haartönung

Wie lange hält eine Haartönung?

Eine klassische Tönung übersteht etwa sechs bis acht Haarwäschen, dann ist sie weitgehend ausgewaschen. Eine Intensivtönung hält mit rund 20 bis 24 Wäschen deutlich länger, weil sie tiefer ins Haar eindringt.

Deckt eine Tönung graue Haare ab?

Nur bedingt. Eine klassische Tönung kaschiert graue Haare bis etwa 30 Prozent Grauanteil weich. Bei mehr Grau eignet sich eine Intensivtönung (bis ca. 50 Prozent), für volle Deckung eine permanente Coloration.

Kann ich mit einer Tönung meine Haare aufhellen?

Nein. Eine Tönung legt Farbe nur auf das Haar, sie baut kein Melanin ab. Aufhellen ist nur mit einem Oxidationsmittel möglich, also mit einer Coloration oder Blondierung.

Ist eine Haartönung in der Schwangerschaft erlaubt?

Nach aktueller Datenlage gelten Tönungen bei normaler Anwendung als weitgehend unbedenklich. Viele Frauenärzte empfehlen aus Vorsicht, im ersten Trimester zu verzichten und milde, kopfhautferne Varianten zu wählen. Im Zweifel ärztlichen Rat einholen.

Was bedeutet „ohne Ammoniak“ bei einer Tönung?

Ammoniakfrei heißt nur, dass der typische Geruch fehlt. Es bedeutet nicht zwingend, dass kein Oxidationsmittel enthalten ist. Eine echte nicht-oxidative Tönung kommt ganz ohne beigemischten Entwickler aus.

Kann ich blondierte Haare tönen?

Ja, das ist sogar eine der häufigsten Anwendungen. Eine passende Tönung neutralisiert Gelb- und Orangestiche und gibt Glanz. Wegen der hohen Porosität zieht die Farbe schnell – lieber heller wählen und die Einwirkzeit kürzen.

Haare färben

Hellbraune Haarfarbe

Hellbraun ist die wohl unkomplizierteste Haarfarbe überhaupt – natürlich, alltagstauglich und für fast jeden Typ zu haben. Viele Menschen tragen hellbraunes Haar von Natur aus und müssen gar nicht n…

Schokobraune Haarfarbe

Schokobraun ist einer der beliebtesten Brauntöne – warm, satt und glänzend wie Schokolade. Es wirkt hochwertig und natürlich zugleich und schmeichelt besonders warmen Typen. Die größte Herausforderu…

Mahagoni Haarfarbe

Mahagoni kennen viele zuerst aus dem Holz-Bereich – dass sich dahinter auch eine der edelsten Haarfarben verbirgt, überrascht manchen. Mahagoni ist ein tiefes Rotbraun, das braune, rote und einen Ha…