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Haarpflege – Haare richtig pflegen

Schöne, gesunde Haare sind selten reine Glückssache. Sie sind das Ergebnis einer Pflege, die zum Haartyp passt – und genau hier wird es für viele unübersichtlich. Im Drogerieregal stapeln sich Shampoos, Spülungen, Kuren und Öle, dazu kommen widersprüchliche Tipps aus Werbung und Bekanntenkreis. Diese Übersicht ordnet das Thema: Sie zeigt, welcher Haartyp welche Pflege braucht, wie eine sinnvolle Grundroutine aussieht und welche Produkte wirklich nötig sind.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet am Ende der jeweiligen Abschnitte weiterführende Anleitungen. Liegt ein medizinisches Problem vor – etwa starker Haarausfall oder eine gereizte Kopfhaut –, ist eine dermatologische Praxis die bessere Adresse als jedes Pflegeprodukt.

Haarpflegeprodukte als Flatlay: Shampoo, Spülung, Haaröl, Holzkamm und Haarkur

Der Haartyp bestimmt die richtige Pflege

Es gibt keine Pflege, die für alle passt. Fettiges Haar braucht das Gegenteil von trockenem Haar, und coloriertes Haar stellt eigene Anforderungen. Wer seinen Haartyp kennt, trifft im Regal deutlich bessere Entscheidungen und spart sich teure Fehlkäufe. Die folgende Übersicht ordnet die häufigsten Haartypen mit ihren Merkmalen und der passenden Pflege.

Haartyp Merkmale Passende Pflege Waschen
Normal ausgewogen, glänzend, weder fettig noch spröde mildes Shampoo, leichte Spülung bei Bedarf alle 2–3 Tage
Trocken stumpf, raue Längen, Spliss, schwer kämmbar feuchtigkeitsspendendes Shampoo, Kur, Haaröl in den Spitzen ⚠︎ seltener, max. alle 3 Tage
Fettig Ansatz wirkt schnell strähnig, glänzt am 2. Tag mildes Shampoo, Pflege nur in die Längen, nicht in den Ansatz ⚠︎ nicht täglich – das regt Talg an
Lockig trocknet schnell aus, neigt zu Frizz, definierte Struktur reichhaltige Pflege, Leave-in, sulfatfreie Produkte alle 3–4 Tage
Coloriert / blondiert strapaziert, empfindlich, Farbe kann verblassen Color-Shampoo, Reparaturkur, Hitzeschutz, ggf. Silbershampoo ⚠︎ schonend, lauwarm waschen

Eine gute Grundroutine besteht aus drei Schritten

Pflege muss nicht kompliziert sein. Für die meisten Haartypen genügen drei aufeinander abgestimmte Schritte: richtig waschen, gezielt pflegen, schonend trocknen. Wichtiger als viele Produkte ist die richtige Reihenfolge und ein zurückhaltender Umgang mit Hitze und Reibung.

Waschen ohne das Haar zu strapazieren

Das Shampoo gehört in erster Linie an den Ansatz und die Kopfhaut – nicht in die Längen, die werden beim Ausspülen ohnehin mitgereinigt. Lauwarmes statt heißes Wasser schont Kopfhaut und Farbe. Wie oft gewaschen werden sollte, hängt vom Haartyp ab; zu häufiges Waschen regt die Talgdrüsen an und lässt das Haar schneller nachfetten. Mehr dazu in unserem Ratgeber Wissenswertes zum Haarewaschen.

Pflegen mit Spülung und Kur

Eine Spülung macht das Haar kämmbar und legt sich schützend um die Längen – sie kommt in die Längen und Spitzen, nicht in den Ansatz. Ein- bis zweimal pro Woche ergänzt eine Haarkur die Routine und versorgt strapaziertes Haar intensiver mit Nährstoffen. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Routine steht im Ratgeber Haare richtig pflegen.

Trocknen mit möglichst wenig Hitze

Nasses Haar ist besonders empfindlich. Statt es trockenzurubbeln, drückt man das Wasser sanft aus und tupft mit dem Handtuch nach. Wenn geföhnt wird, dann mit Hitzeschutz, auf mittlerer Stufe und mit etwas Abstand. Worauf es dabei genau ankommt, zeigt der Ratgeber Haare richtig trocknen.

Weniger Produkte reichen für die Haarpflege aus

Frauen und Männer, die die Haarpflege ernst nehmen, treffen in Drogerie, Supermarkt und beim Friseur auf eine fast unüberschaubare Auswahl. Die gute Nachricht: Die Basis ist schlank. Ein gutes, zum Haartyp passendes Shampoo ist das Fundament, eine Spülung macht das Haar kämmbar, eine Kur deckt den intensiveren Pflegebedarf ab. Alles Weitere ist optional und sollte sich am tatsächlichen Bedarf orientieren – nicht an der Werbung.

Wer trockenes oder coloriertes Haar hat, profitiert von einem zusätzlichen Haaröl oder einem Leave-in für die Spitzen. Bei feinem Haar gilt eher Zurückhaltung, weil reichhaltige Produkte schnell beschweren. Eine kurze Beratung bei der Friseurin oder dem Friseur ist hier oft aufschlussreicher als das nächste neue Produkt im Regal. Beim Styling gilt dasselbe Prinzip: sparsam dosieren und schonende Produkte bevorzugen, damit der Schnitt zur Geltung kommt, ohne das Haar zu belasten.

5 Tipps für schönes und gesundes Haar

  • Haare erst kämmen, dann bürsten: Mit dem Kamm entwirren – am besten vor der Wäsche –, anschließend nur vorsichtig bürsten. Zu intensives Bürsten belastet das Haar mehr, als es Glanz bringt.
  • Nicht zu oft waschen: Alle zwei bis drei Tage reichen meist. Tägliches Waschen strapaziert das Haar und regt die Talgdrüsen erst recht an.
  • Haare nicht trockenrubbeln: Wasser sanft ausdrücken, mit dem Handtuch abtupfen und nach Möglichkeit an der Luft trocknen lassen.
  • Regelmäßig eine Kur einbauen: Ein- bis zweimal pro Woche versorgt eine Kur das Haar mit Nährstoffen und lässt es kräftiger wirken.
  • Spitzen schneiden lassen: Auch wer die Haare wachsen lässt, sollte die Spitzen regelmäßig nachschneiden lassen – kaputte Spitzen fördern Spliss.
Frau mit gesundem, glänzendem und gut gepflegtem Haar bei natürlichem Licht

Auch der Bart will gepflegt werden

Haarpflege wird oft als weibliches Thema verstanden, doch auch Männer legen Wert auf ihr Haar – und dazu gehört der Bart. Im Alltag genügt es, den Bart täglich auszuspülen und ihn alle paar Tage mit einem milden oder speziellen Bartshampoo zu waschen. Ein Bartöl hält die Haut darunter geschmeidig und macht den Bart leichter formbar. Auch hier gilt: Weniger und schonender ist meist besser als ein voller Schrank an Spezialprodukten.

Bewährte Hausmittel ergänzen die Haarpflege

Trotz der riesigen Produktvielfalt haben einfache Hausmittel keineswegs ausgedient. Mit kostengünstigen Mitteln lässt sich das Haar schonend pflegen – sie eignen sich gut als gelegentliche Ergänzung zur normalen Routine.

  • Apfelessig: stark verdünnt als Spülung nach dem Waschen sorgt er für Glanz und glättet die Haaroberfläche.
  • Kokosöl: als Kur in den Längen und Spitzen für trockenes, strapaziertes Haar – sparsam dosieren und gründlich ausspülen.
  • Teebaumöl: ein paar Tropfen ins Shampoo können bei juckender oder schuppiger Kopfhaut beruhigend wirken.
  • Bier: das klassische Hausmittel für mehr Fülle und Halt bei feinem Haar.

Checkliste gesunde Haarpflege

  • Haartyp bestimmt – Pflege darauf abgestimmt
  • Mildes, passendes Shampoo als Basis
  • Spülung in die Längen, nicht in den Ansatz
  • Ein- bis zweimal pro Woche eine Kur
  • Lauwarm waschen, schonend trocknen, Hitzeschutz beim Föhnen
  • Spitzen regelmäßig nachschneiden lassen

Häufige Fragen zur Haarpflege

Wie oft sollte man die Haare waschen?

Für die meisten Haartypen sind alle zwei bis drei Tage ideal. Fettiges Haar braucht etwas häufigeres Waschen, trockenes und lockiges Haar kommt mit selteneren Wäschen besser zurecht. Tägliches Waschen regt die Talgdrüsen an und strapaziert das Haar.

Welche Haarpflege passt zu trockenem Haar?

Trockenes Haar profitiert von feuchtigkeitsspendendem Shampoo, einer regelmäßigen Kur und einem Haaröl oder Leave-in für die Spitzen. Lauwarm waschen, möglichst wenig Hitze beim Trocknen und auf häufiges Bürsten verzichten.

Wie pflegt man coloriertes oder blondiertes Haar?

Coloriertes und blondiertes Haar ist strapaziert und empfindlich. Color- oder Repair-Shampoos, eine intensive Pflegekur, Hitzeschutz und schonendes, lauwarmes Waschen erhalten Farbe und Struktur. Bei kühlen Blondtönen hilft ein Silbershampoo gegen Gelbstich.

Welche Haarpflege brauchen Männer?

Im Grunde dieselbe wie Frauen – die Pflege richtet sich nach Haartyp, nicht nach Geschlecht. Ein mildes Shampoo als Basis genügt; bei Bartträgern kommen Bartshampoo und Bartöl dazu.

Helfen natürliche Hausmittel wirklich?

Als gelegentliche Ergänzung ja: Apfelessig sorgt für Glanz, Kokosöl pflegt trockene Spitzen, Teebaumöl beruhigt die Kopfhaut. Sie ersetzen keine grundlegende Routine, sind aber eine günstige und schonende Ergänzung.

Wann sollte man mit den Haaren zum Arzt?

Bei plötzlichem oder starkem Haarausfall, anhaltend gereizter oder schuppender Kopfhaut oder kahlen Stellen ist eine dermatologische Praxis die richtige Anlaufstelle. Pflegeprodukte können hier ein medizinisches Problem nicht lösen.

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