Haare färben – Wissenswertes und Tipps rund um das Haarfärben

Redaktion friseur.org · Zuletzt aktualisiert am 19. Juni 2026
Haare färben verändert das Erscheinungsbild wie kaum ein anderer Schritt. Manche sind mit ihrer natürlichen Haarfarbe nicht zufrieden, andere möchten erste graue Haare abdecken oder einfach etwas Neues ausprobieren. Eine frische Haarfarbe kann all das ermöglichen und trägt für viele Menschen spürbar zum Wohlbefinden bei.
Diese Seite dreht sich um das Färben als Vorgang: zuhause oder beim Friseur, welche Technik wann passt, wie eine Anleitung Schritt für Schritt aussieht und welche Fehler man vermeidet. Geht es dir eher um die Auswahl des passenden Farbtons, findest du Inspiration in unserer Übersicht der Haarfarben. Möchtest du verstehen, wie das Nummernsystem und die Farbtheorie funktionieren, hilft die Seite zur Haarfarbe weiter.

Inhaltsverzeichnis
ToggleZuhause färben oder zum Friseur gehen
Die erste Entscheidung ist grundsätzlich: selbst färben oder färben lassen. Beides hat seine Berechtigung. Wer nur den Ansatz nachzieht oder bei einem unkomplizierten Ton bleibt, kommt zuhause gut zurecht. Geht es dagegen um einen großen Farbwechsel, eine Aufhellung oder eine aufwendige Technik wie Balayage, ist der Friseur die sichere Wahl.
| Situation | Zuhause | Beim Friseur |
|---|---|---|
| Ansatz nachfärben | ✓ gut machbar | möglich, aber teuer |
| Gleicher Ton wie bisher | ✓ einfach | möglich |
| Dunkel zu deutlich heller | ⚠︎ riskant | ✓ empfohlen |
| Graue Haare gleichmäßig abdecken | ⚠︎ bei viel Grau schwierig | ✓ zuverlässig |
| Balayage, Ombré, Strähnen | ✗ kaum gleichmäßig | ✓ klar besser |
| Kosten | 5–15 € pro Packung | 40–150 € je nach Technik |
Die Färbe-Techniken im Überblick
Färben ist nicht gleich färben. Je nachdem, ob du alles, nur den Ansatz oder einzelne Partien behandelst, kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Die folgende Tabelle zeigt, was sich hinter den gängigen Begriffen verbirgt und wie gut sich das jeweils zuhause umsetzen lässt.
| Technik | Was passiert | Zuhause machbar |
|---|---|---|
| Komplettfärbung | Das gesamte Haar bekommt einen neuen Ton | ✓ ja, mit Sorgfalt |
| Ansatzfärbung | Nur der nachgewachsene Haaransatz wird gefärbt | ✓ gut machbar |
| Strähnen / Highlights | Einzelne Partien werden heller gesetzt | ⚠︎ Kappe/Folie nötig |
| Balayage | Freihand aufgemalte, weiche Aufhellung | ✗ Profi-Technik |
| Ombré | Sanfter Verlauf von dunklem Ansatz zu hellen Spitzen | ⚠︎ mit Set bedingt |
| Dip-Dye | Deutlich abgesetzte, oft bunte Spitzen | ✓ ja |
Für die Farbauswahl selbst lohnt der Blick in die Tonseiten: Blond, Braun und Rot zeigen Nuancen und welcher Ton zu welchem Typ passt.
Die richtige Vorbereitung entscheidet über das Ergebnis
Bevor die Farbe ans Haar kommt, steht die Vorbereitung. Gerade Laien, die das Färben in Eigenregie und ohne Friseur angehen, schaffen sich hier die Basis für ein gleichmäßiges Resultat. Zwei Punkte werden oft falsch gemacht.
Zur Frage, ob man die Haare vor dem Färben waschen soll: Frisch gewaschenes Haar ist ungünstig. Besser ist es, ein bis zwei Tage zu warten. Eine dünne Schicht des hauteigenen Fetts schützt die Kopfhaut, und die Farbe haftet trotzdem gut. Die letzte Haarwäsche kann also am Tag zuvor erfolgen, um Stylingprodukte zu entfernen. Direkt vor dem Färben werden die Haare nicht gewaschen, höchstens leicht angefeuchtet.
Der zweite Punkt ist der Hautschutz und ein vorgezogener Allergietest. Eine kleine Menge des Färbemittels wird an einer unauffälligen Stelle aufgetragen, zum Beispiel hinter dem Ohr. Zeigen sich in den folgenden 48 Stunden keine Hautreaktionen, ist von einer Verträglichkeit auszugehen. Vor dem Auftragen schützt eine fette Creme entlang von Stirn, Ohren und Nacken die Haut vor Verfärbungen. Plane ausreichend Zeit ein und bitte für den Hinterkopf am besten eine zweite Person um Hilfe.
Haare färben Schritt für Schritt
Die folgende Anleitung beschreibt eine klassische Komplett- oder Ansatzfärbung zuhause. Halte dich zusätzlich immer an die Anleitung deines konkreten Produkts, denn Einwirkzeiten unterscheiden sich.
- Arbeitsplatz vorbereiten: altes Handtuch umlegen, Umgebung abdecken, Handschuhe bereitlegen.
- Hautschutz auftragen: fette Creme entlang Haaransatz, Ohren und Nacken auftragen.
- Farbe anmischen: Farbcreme und Entwickler nach Packungsangabe in der Schale vermengen.
- Haare einteilen: das Haar mit Klammern in vier Partien abteilen, das erleichtert das gleichmäßige Auftragen.
- Ansatz zuerst: bei der Ansatzfärbung am nachgewachsenen Bereich beginnen, da er die meiste Zeit braucht.
- Längen und Spitzen: bei der Komplettfärbung anschließend die Farbe in Längen und Spitzen einarbeiten.
- Einwirken lassen: die auf der Packung angegebene Zeit exakt einhalten, nicht großzügig verlängern.
- Ausspülen: mit lauwarmem Wasser gründlich spülen, bis das Wasser klar bleibt.
- Pflege auftragen: die beiliegende Farbschutz-Spülung oder eine Kur einarbeiten.
5 Tipps zu einer gelungenen Färbung
- Wähle den Zielton nicht mehr als zwei Nuancen heller oder dunkler als deine Ausgangsfarbe, dann bleibt das Ergebnis natürlich.
- Färbe nicht zu oft: zwischen zwei Anwendungen sollten möglichst einige Wochen liegen, damit sich Haar und Kopfhaut erholen.
- Setze auf schonende Mittel und verzichte bei empfindlicher Kopfhaut auf starke Aufheller.
- Trage die Farbe zügig und gleichmäßig auf, damit keine Stellen über- oder unterfärbt werden.
- Nutze nach dem Färben Pflegeprodukte für coloriertes Haar, das hält die Farbe länger frisch.

Häufige Fehler beim Selberfärben
Die meisten Färbe-Pannen lassen sich auf wenige Ursachen zurückführen. Wer sie kennt, umgeht sie leicht.
- Zu wenig Farbe: Bei dichtem oder langem Haar reicht eine Packung oft nicht, das Ergebnis wird fleckig. Im Zweifel zwei Packungen kaufen.
- Einwirkzeit überzogen: Länger einwirken macht die Farbe nicht intensiver, sondern strapaziert nur das Haar.
- Dunkel auf hell unterschätzt: Von Dunkel zu deutlich Heller geht ohne Blondierung kaum, hier ist der Friseur gefragt. Hintergründe dazu auf der Seite zu Blondierung.
- Tönung mit Färbung verwechselt: Eine Tönung wäscht sich aus und deckt Grau nicht vollständig. Mehr dazu unter Haartönung.
Wann man besser nicht färbt
Es gibt Situationen, in denen man auf das Färben verzichten oder es verschieben sollte. Bei einer bekannten Allergie gegen Inhaltsstoffe ist davon abzuraten. Auch sehr strapaziertes, brüchiges Haar sollte man nicht zusätzlich belasten. Schwangeren und stillenden Frauen wird vom Färben häufig abgeraten, auch wenn die Datenlage uneindeutig ist. Wer in dieser Phase nicht verzichten möchte, bespricht das am besten mit dem Frauenarzt und greift zu sanften, ammoniakfreien Mitteln. Bei anhaltenden Hautreaktionen nach einer Färbung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Haltbarkeit und Pflege nach dem Färben
Wie lange die neue Farbe hält, hängt vom Mittel ab. Eine Komplettfärbung wächst mit dem Ansatz heraus und muss alle vier bis sechs Wochen nachgezogen werden. Eine Tönung verblasst nach einigen Haarwäschen. Damit die Farbe frisch bleibt, hilft Pflege für coloriertes Haar: ein mildes, sulfatfreies Shampoo, regelmäßige Kuren und nicht zu heißes Wasser beim Spülen. UV-Schutz im Sommer bewahrt vor allem rote und kupferne Töne vor dem Ausbleichen.
Checkliste vor dem Färben
- Allergietest hinter dem Ohr 48 Stunden vorher gemacht
- Haare ein bis zwei Tage nicht frisch gewaschen
- Hautschutz-Creme und Handschuhe bereit
- Genug Farbe für die Haarlänge eingeplant
- Einwirkzeit der Packung gelesen, Zeit eingeplant
- Bei Grau, großem Farbwechsel oder Technik: Friseur erwogen
Häufige Fragen zum Haare färben
Soll man die Haare vor dem Färben waschen?
Nein, nicht direkt davor. Frisch gewaschenes Haar entzieht der Kopfhaut den schützenden Fettfilm. Am besten wäschst du die Haare am Tag vor dem Färben und färbst dann auf trockenem oder leicht angefeuchtetem, ungewaschenem Haar.
Darf man in der Schwangerschaft die Haare färben?
Es wird häufig dazu geraten, in der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtig zu sein. Die Datenlage ist nicht eindeutig. Wer nicht verzichten möchte, sollte sanfte, ammoniakfreie Mittel wählen, gut lüften und das Vorgehen mit dem Frauenarzt besprechen.
Wie oft kann man die Haare färben?
Zwischen zwei Komplettfärbungen sollten möglichst einige Wochen liegen. Den Ansatz färbt man üblicherweise alle vier bis sechs Wochen nach, statt jedes Mal die kompletten Längen erneut zu behandeln. So bleibt das Haar weniger strapaziert.
Kann man graue Haare zuhause selbst färben?
Bei wenig Grau gelingt das gut. Bei einem hohen Grauanteil ist die gleichmäßige Abdeckung schwieriger, weil graues Haar die Farbe schlechter annimmt. Dann liefert der Friseur mit speziellen Grauabdeckungs-Farben zuverlässigere Ergebnisse.
Was bringt der Mondkalender beim Haare färben?
Manche orientieren sich an einem Mondkalender und färben bevorzugt bei zunehmendem Mond, weil die Farbe dann länger halten soll. Wissenschaftlich belegt ist das nicht. Für das Ergebnis sind Vorbereitung, Produktqualität und Einwirkzeit deutlich wichtiger.
Kann man Haare ohne Chemie färben?
Pflanzenfarben wie Henna färben ohne Ammoniak und Oxidationsmittel. Sie legen sich um das Haar, statt es aufzuhellen. Das Haar lässt sich damit nicht heller färben, und das Ergebnis ist weniger planbar, dafür ist die Methode schonender.
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