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Blondierung – Wissenswertes rund um das Blondieren von Haaren

Blonde Haare sind der Traum vieler Menschen mit dunklerer Naturhaarfarbe. Von Natur aus blondes Haar ist statistisch gesehen relativ selten, weshalb oft zur Blondierung gegriffen wird. Wer sich helleres Haar wünscht, kommt um sie kaum herum, denn klassische Haarfarbe kann das Haar nicht in beliebigem Maße aufhellen. Unter den Produkten zur Haarfärbung gehören Blondierungen deshalb zu den absoluten Bestsellern.

Eine Blondierung ist allerdings der chemisch aggressivste Eingriff, den man seinem Haar zumuten kann. Wer die wichtigsten Zusammenhänge kennt, vermeidet die typischen Fehler wie Gelbstich, Haarbruch und einen sichtbaren Ansatz. Auf dieser Seite erfährst du, wie eine Blondierung funktioniert, was zwischen Heimanwendung und Friseur den Unterschied macht und wie du blondiertes Haar richtig pflegst.

Blondier-Set mit Schale, Pinsel, Entwickler und Strähnenfolien als Flatlay

So funktioniert eine Blondierung

Die Blondierung fällt in die Kategorie der dauerhaften Farbveränderung und basiert auf dem Zusammenspiel von Blondierpulver und Wasserstoffperoxid, dem sogenannten Entwickler. Beide werden frisch miteinander vermischt, denn die chemische Reaktion startet sofort. Je nach gewünschtem Aufhellungsgrad und Ausgangshaar variiert die Konzentration des Entwicklers.

Der Wirkmechanismus ist immer derselbe: Das Gemisch dringt in die Haarstruktur ein und löst das Farbpigment Melanin. Es kommt zu einer oxidativen Zerstörung der Pigmente, wodurch das Haar zunächst rötlich, dann orange, gelb und schließlich hell wird. Genau diese Reihenfolge erklärt auch, warum nach dem Blondieren so häufig ein Gelb- oder Orangestich übrig bleibt: Die Aufhellung wurde abgebrochen, bevor die letzten warmen Pigmente entfernt waren.

Aufheller und Blondierung sind nicht dasselbe

Da es bei beidem darum geht, das Haar heller zu machen, besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr. Es handelt sich aber um unterschiedliche Produkte. Ein Aufheller kommt als Coloration daher und kann bestenfalls eine Aufhellung um wenige Nuancen erreichen, oft bei gleichzeitiger Farbgebung. Die Blondierung dagegen zerstört die Farbpigmente gezielt und kann auch dunkles Haar hellblond werden lassen. Wer nur ein paar Nuancen heller möchte, fährt mit einem Aufheller oder einer aufhellenden Coloration schonender — komplett ohne Blondierung lässt sich das Haar allerdings nur sehr begrenzt aufhellen.

Wie viele Stufen eine Blondierung aufhellt

Die Aufhellung wird in Stufen gemessen — von Stufe 1 (Schwarz) bis Stufe 10 (Hellblond) und darüber hinaus bis Platin. Wie viele Stufen in einem Durchgang machbar sind, hängt vom Ausgangshaar und der Entwicklerstärke ab. Die folgende Tabelle gibt eine realistische Orientierung.

Ausgangshaar Realistisches Ergebnis in einem Durchgang Aufwand
Dunkelblond / Hellbraun Hellblond bis Platin gut machbar
Mittel- bis Dunkelbraun Mittelblond, oft mit Goldstich ⚠︎ meist zweiter Durchgang nötig
Schwarz / gefärbt schwarz Orange bis Gelb, kein Blond nur über mehrere Termine
Bereits gefärbtes Haar Ungleichmäßig, schwer kalkulierbar ⚠︎ Strähnentest empfohlen

Wer schwarze Haare blondieren möchte, sollte sich von der Idee verabschieden, das in einem Schritt zu schaffen. Eine zu krasse Aufhellung auf einmal ist der häufigste Grund für Haarbruch. Seriöse Salons hellen dunkles Haar über mehrere Sitzungen mit Pausen auf, damit die Struktur sich erholen kann.

Blondierung zuhause oder beim Friseur

Im Handel — etwa bei dm, Rossmann oder von Marken wie Wella und Schwarzkopf — gibt es Blondier-Sets, mit denen man theoretisch direkt loslegen kann. Ob das eine gute Idee ist, hängt stark vom Vorhaben ab. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Einschätzung.

Kriterium Zuhause Beim Friseur
Kosten 5–15 € pro Set ⚠︎ 70–200 € je nach Länge
Gleichmäßiges Ergebnis ⚠︎ Ansatz oft fleckig gleichmäßig
Ansatz nachblondieren für geübte Hände gut machbar sauber, aber teurer
Starke Aufhellung dunklen Haars hohes Schadenrisiko kontrolliert über mehrere Termine
Korrektur bei Fehlern schwierig Profi kann retten

Eine vorsichtige Aufhellung um ein, zwei Stufen oder das Nachblondieren eines schon hellen Ansatzes ist zuhause durchaus realistisch. Sobald es um eine größere Veränderung, sehr dunkles oder bereits gefärbtes Haar geht, ist der Salon die deutlich sicherere Wahl.

Schritt für Schritt blondieren

Wer sich die Blondierung selbst zutraut, sollte strukturiert vorgehen. Die Reihenfolge entscheidet maßgeblich über das Ergebnis.

  1. Strähnentest machen: eine unauffällige Strähne blondieren, um Ergebnis und Einwirkzeit einzuschätzen.
  2. Blondierung frisch anrühren — Pulver und Entwickler im auf der Packung angegebenen Verhältnis zu einer klumpenfreien Creme mischen und sofort verwenden.
  3. Auf trockenem, ungewaschenem Haar arbeiten und Haut am Haaransatz mit etwas Creme schützen.
  4. Von den Längen und Spitzen zum Ansatz arbeiten: Der warme Ansatz hellt durch die Kopfwärme schneller auf und kommt deshalb zuletzt dran.
  5. Einwirkzeit beobachten — die Blondierung sollte 45 Minuten nicht überschreiten und wird mit kühlem Wasser ausgespült.
  6. Nach dem Ausspülen eine Silbershampoo- oder Tönungsbehandlung gegen den verbleibenden Gelbstich, danach eine aufbauende Kur.

5 Tipps für die Blondierung zuhause

Wer die Blondierung selbst in die Hand nimmt, geht leicht zu unbedacht vor und macht Fehler, die sich anschließend an einem misslungenen Ergebnis offenbaren. Diese fünf Punkte aus der Praxis beugen den häufigsten Pannen vor.

  • Unmittelbar vor der Blondierung nicht die Haare waschen — dadurch werden Haar und Kopfhaut empfindlicher und die Wahrscheinlichkeit von Reizungen steigt.
  • Die angestrebte Aufhellung nicht zu krass wählen: nicht von schwarzem Haar direkt auf platinblond gehen, sondern in Etappen.
  • Die Einwirkzeit von 45 Minuten nicht überschreiten und konsequent mit kühlem Wasser ausspülen.
  • Blondiertes Haar nicht zu oft waschen und nicht mit zu vielen Stylingprodukten belasten.
  • Nach der Blondierung gezielt pflegen — vor allem Feuchtigkeit und Keratin zuführen; spezielles Haaröl für blondiertes Haar ist hier sehr empfehlenswert.
Frau mit langen, glänzenden platinblond blondierten Haaren im Tageslicht

Diese Risiken solltest du kennen

Die Zerstörung der Farbpigmente durch das Bleichen mit Wasserstoffperoxid klingt nicht nur chemisch, sie ist es auch. Von einer wirklich schonenden Aufhellung kann keine Rede sein. Hautreizungen, ein massiver Gelbstich, eine grünliche Verfärbung oder im Extremfall Haarbruch können das Ergebnis einer missglückten Blondierung sein. Die wichtigsten Problemfelder im Überblick:

  • Haarbruch: entsteht, wenn zu stark aufgehellt oder zu oft blondiert wird. Das Haar fühlt sich dann gummiartig an und bricht ab. Hier hilft nur eine Pause und intensive Pflege.
  • Gelb- und Orangestich: die zurückgebliebenen warmen Pigmente. Ein Silbershampoo mit violetten Pigmenten neutralisiert den Gelbstich, bei starkem Orange ist ein erneuter, vorsichtiger Aufhellungsschritt nötig.
  • Sichtbarer Ansatz: nachwachsendes Haar wird nach vier bis acht Wochen sichtbar. Beim Nachblondieren nur den Ansatz behandeln, nicht erneut die ganze Länge.
  • Grünstich: tritt vor allem bei zuvor rot oder dunkel gefärbtem Haar oder durch Chlorwasser auf und gehört in Profihände.

Moderne Blondierungen kombinieren das Aufhellmittel mit pflegenden Zusätzen und lassen sich dadurch als schonender bezeichnen — schonend im Wortsinn sind sie trotzdem nicht. Wer zu Allergien neigt, sollte vorab unbedingt einen Hauttest in der Armbeuge machen. In der Schwangerschaft raten viele Hebammen und Friseure zur Zurückhaltung; wer dennoch blondieren möchte, sollte das Thema mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen und auf gute Belüftung sowie kopfhautfernes Arbeiten (Strähnen statt Ansatz) achten.

Strähnen und Balayage als sanftere Alternative

Wer nicht das komplette Haar aufhellen, sondern nur Akzente setzen möchte, fährt mit Strähnentechniken oft besser. Bei klassischen Folienströhnen wird nur ein Teil der Haare blondiert, der Rest bleibt unberührt — das wirkt natürlicher und der herauswachsende Ansatz fällt weniger auf. Balayage geht noch einen Schritt weiter: Die Aufhellung wird freihändig in die Längen und Spitzen gemalt, sodass ein weicher, sonnengeküsster Verlauf entsteht, der monatelang ohne Nachblondieren auskommt. Beide Techniken belasten das Haar weniger flächig als eine Komplettblondierung und sind ein guter Einstieg für alle, die heller werden, aber den Pflegeaufwand begrenzt halten wollen.

Pflege nach dem Blondieren

Blondiertes Haar hat eine aufgeraute Oberfläche und verliert leichter Feuchtigkeit. Die richtige Pflege entscheidet darüber, ob das Haar gesund glänzt oder strohig wirkt. Wichtig sind Feuchtigkeits- und Proteinpflege im Wechsel, ein Silbershampoo gegen den Gelbstich (aber nicht bei jeder Wäsche, sonst kippt der Ton ins Graue) und ein Hitzeschutz vor Föhn und Glätteisen. Haaröl in den Spitzen glättet die Struktur und bringt Glanz zurück. Auf häufiges heißes Stylen und auf Chlor- und Salzwasser sollte man nach Möglichkeit verzichten, da beides den Ton schneller ausbleichen lässt.

Mehr zu hellen Tönen findest du auf unseren Seiten zu blonden Haaren und zur kühlen Variante Aschblond. Eine Übersicht über alle Techniken und den Ablauf gibt unser Ratgeber zum Haare färben.

Checkliste vor dem Blondieren:

  • Strähnentest gemacht und Einwirkzeit eingeschätzt
  • Hauttest in der Armbeuge ohne Reaktion
  • Haar 24–48 Stunden nicht gewaschen
  • Aufhellung nur um wenige Stufen geplant, nicht von Schwarz auf Platin
  • Silbershampoo und aufbauende Kur für danach bereitgelegt

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Viele Menschen träumen von einer blonden Haarmähne und kaufen einfach eine Blondierung im Supermarkt oder in der Drogerie. Dort finden sich zahlreiche Produkte, die eine spielend leichte Anwendung und strahlend blondes Haar versprechen. Wer sich unsicher ist oder eine größere Veränderung plant, sollte den folgenden Rat befolgen und kein Risiko eingehen.

Interessierte sind im Friseursalon ihres Vertrauens bestens aufgehoben. Dort erhalten sie eine umfassende Beratung und lassen sich ihr Haar von ausgebildeten Fachkräften blondieren. Diese haben Erfahrung auf dem Gebiet und arbeiten mit hochwertigen Profi-Produkten — die Chancen auf ein optimales Ergebnis sind damit deutlich höher als bei der Behandlung auf eigene Faust.

Häufige Fragen zur Blondierung

Wie lange muss eine Blondierung einwirken?

Die Einwirkzeit liegt je nach Produkt und gewünschter Aufhellung meist zwischen 20 und 45 Minuten. 45 Minuten sollten nicht überschritten werden. Wichtig ist, die Aufhellung zwischendurch zu kontrollieren und mit kühlem Wasser auszuspülen, sobald der gewünschte Ton erreicht ist.

Wie mischt man eine Blondierung richtig an?

Blondierpulver und Entwickler werden im auf der Packung angegebenen Verhältnis — häufig 1:1,5 oder 1:2 — zu einer glatten, klumpenfreien Creme verrührt. Das Gemisch muss frisch angerührt und sofort verwendet werden, da die Reaktion direkt startet. Stärkerer Entwickler hellt mehr auf, belastet das Haar aber auch stärker.

Was tun gegen orange oder gelbe Haare nach der Blondierung?

Ein Gelbstich entsteht durch zurückgebliebene warme Pigmente. Ein Silbershampoo mit violetten Pigmenten neutralisiert leichtes Gelb. Bei starkem Orange wurde zu kurz oder zu schwach aufgehellt — hier hilft nur ein erneuter, vorsichtiger Aufhellungsschritt, am besten beim Friseur.

Kann man schwarze Haare in einem Schritt blondieren?

Nein. Sehr dunkles oder schwarz gefärbtes Haar lässt sich nicht in einem Durchgang aufhellen, ohne erhebliche Schäden zu riskieren. Profis arbeiten über mehrere Termine mit Pausen, damit sich die Haarstruktur zwischendurch erholt.

Darf man in der Schwangerschaft die Haare blondieren?

Generelle Verbote gibt es nicht, viele raten aber zur Zurückhaltung. Wer blondieren möchte, sollte kopfhautfern arbeiten (Strähnen statt Ansatz), für gute Belüftung sorgen und das Thema vorab mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Kann man Haare ohne Blondierung aufhellen?

Nur sehr begrenzt. Aufhellende Colorationen, Glanzspülungen oder Hausmittel wie Kamille hellen das Haar um wenige Nuancen oder verleihen einen Schimmer. Eine deutliche Aufhellung um mehrere Stufen ist ohne Blondierung nicht möglich, weil dafür die Pigmente abgebaut werden müssen.

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