
Die Ausbildung zum Friseur oder zur Friseurin dauert in der Regel drei Jahre und findet dual statt, also im Wechsel zwischen Praxis im Salon und Theorie in der Berufsschule. Wer gute schulische Leistungen mitbringt, kann die Ausbildungszeit auf bis zu 18 Monate verkürzen, Stand Oktober 2026. Am Ende steht die Gesellenprüfung, die den Einstieg in den Beruf offiziell macht.
Wie der Ausbildungsalltag aussieht, hängt stark vom einzelnen Salon ab, grundsätzlich lernst du aber von Anfang an am echten Kundenstuhl mit, zunächst bei einfachen Aufgaben wie Haare waschen und Föhnen, später bei komplexeren Schnitten und Farbtechniken. Parallel vermittelt die Berufsschule Fachtheorie zu Haarstruktur, Chemie der Produkte, Hygiene und kaufmännischen Grundlagen. Diese Seite zeigt den Ablauf der Ausbildung im Detail, von den Inhalten über die Prüfung bis zur Vergütung.
So ist die Friseur-Ausbildung aufgebaut
Die Ausbildung gliedert sich in drei Lehrjahre, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Im ersten Jahr stehen Grundlagen im Vordergrund, etwa einfache Schnitte, Haarpflege und der sichere Umgang mit Werkzeug. Im weiteren Verlauf kommen anspruchsvollere Techniken wie Colorationen, Dauerwellen und komplexere Schnittführungen dazu, bis zur Gesellenprüfung am Ende der Ausbildung.
- 11. Lehrjahr: Grundlagen
- 22. Lehrjahr: Gesellenprüfung Teil 1
- 33. Lehrjahr: Gesellenprüfung Teil 2
- 4Abschluss: Gesellenbrief
Begleitend führst du während der gesamten Ausbildung ein Berichtsheft, in dem du dokumentierst, welche Tätigkeiten und Themen du in Betrieb und Berufsschule durchlaufen hast. Das kann handschriftlich oder über eine App erfolgen und ist Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung. Viele Betriebe nutzen das Berichtsheft außerdem, um den eigenen Ausbildungsstand regelmäßig mit dir zu besprechen.
Inhalte der Friseur-Ausbildung
Im Betrieb lernst du praktisch, wie man Haare analysiert, berät, schneidet, färbt, dauerwellt und stylt, dazu gehören auch Pflegebehandlungen und das richtige Beratungsgespräch vor jedem Termin. Hygienevorschriften, der fachgerechte Umgang mit Chemikalien wie Blondier- und Wellmitteln sowie Arbeitssicherheit sind feste Bestandteile, weil im Salon regelmäßig mit potenziell reizenden Stoffen gearbeitet wird.
In der Berufsschule kommen Fachtheorie zu Haar- und Kopfhautaufbau, Warenkunde zu Produkten und Werkzeugen sowie kaufmännische Grundlagen wie Kassenführung und Terminplanung dazu. Allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde ergänzen den fachlichen Teil, ähnlich wie in anderen dualen Ausbildungsberufen.
Gesellenprüfung: Teil 1 und Teil 2
Die Abschlussprüfung im Friseurhandwerk ist als gestreckte Abschlussprüfung organisiert und besteht aus zwei Teilen. Gesellenprüfung Teil 1 findet in der Mitte des zweiten Lehrjahres statt und fließt mit 25 Prozent in die Gesamtnote ein, Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und zählt mit 75 Prozent deutlich stärker. Beide Teile umfassen praktische Arbeiten an Modellen und theoretische Prüfungsfragen.
Wer beide Teile erfolgreich besteht, erhält den Gesellenbrief der zuständigen Handwerkskammer sowie das Abschlusszeugnis der Berufsschule. Damit ist die Ausbildung formal abgeschlossen und du darfst als Geselle oder Gesellin im Friseurhandwerk arbeiten, etwa angestellt in einem Salon oder als Grundlage für eine spätere Spezialisierung.
Was Azubis in der Ausbildung verdienen
Für Ausbildungsverträge, die 2026 beginnen, gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG als Untergrenze. Sie liegt im ersten Lehrjahr bei 724 Euro monatlich, im zweiten Lehrjahr bei 854 Euro und im dritten Lehrjahr bei 977 Euro, Stand Oktober 2026. Viele Betriebe zahlen mehr als diese gesetzliche Untergrenze, vor allem wenn ein regionaler Tarifvertrag im Friseurhandwerk gilt, der die Ausbildungsvergütung zusätzlich regelt.
| Lehrjahr | Mindestausbildungsvergütung 2026 |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 724 € im Monat |
| 2. Lehrjahr | 854 € im Monat |
| 3. Lehrjahr | 977 € im Monat |
Die genaue Höhe der Vergütung in deinem Ausbildungsbetrieb hängt also davon ab, ob ein Tarifvertrag gilt und in welchem Bundesland der Betrieb liegt, weil Tarife im Friseurhandwerk nicht bundeseinheitlich, sondern je Land einzeln verhandelt werden. Details zum Verdienst nach der Ausbildung findest du auf der Seite zum Friseur-Gehalt.
Verkürzung und Zugangsvoraussetzungen
Für den Einstieg in die Ausbildung reicht meist ein Hauptschulabschluss, viele Betriebe bevorzugen aber bewusst Bewerbende mit Realschulabschluss oder Abitur, weil die Theorieanteile in der Berufsschule dadurch leichter fallen. Wer bereits eine andere Ausbildung abgeschlossen hat oder besonders gute Noten mitbringt, kann bei der Handwerkskammer eine Verkürzung der Ausbildungszeit beantragen, im besten Fall auf bis zu 18 Monate.
Eine formlose Berufserfahrung ohne abgeschlossene Ausbildung reicht für die eigenständige Berufsausübung im Friseurhandwerk grundsätzlich nicht aus, weil der Beruf fachlich anspruchsvoll ist und mit Chemikalien sowie scharfem Werkzeug gearbeitet wird. Der reguläre Weg über eine anerkannte Ausbildung bleibt deshalb auch 2026 der gängige Einstieg in den Beruf.
Den passenden Ausbildungsbetrieb finden
Nicht jeder Salon bildet gleich gut aus, deshalb lohnt sich vor der Bewerbung ein genauer Blick auf den Betrieb. Ein guter Ausbildungssalon deckt im Idealfall ein breites Leistungsspektrum ab, von einfachen Schnitten bis zu Farbtechniken, damit du während der drei Jahre wirklich alle Prüfungsinhalte in der Praxis siehst und nicht nur einen schmalen Ausschnitt des Berufs kennenlernst. Hilfreich ist außerdem, wenn im Team bereits erfahrene Ausbilderinnen oder Ausbilder feste Zeiten für Anleitung einplanen, statt dich nur nebenbei mitlaufen zu lassen.
Ein Praktikum oder ein Schnuppertag vor der eigentlichen Bewerbung zeigt meist schon, wie das Team miteinander umgeht und ob die Chemie stimmt. Frage dort ruhig direkt nach, wie viele Auszubildende aktuell im Betrieb sind, wie der Berufsschulunterricht organisiert ist, etwa wöchentlich oder in Blockwochen, und wie frühere Azubis die Ausbildung im Rückblick bewertet haben. Diese Fragen wirken am Anfang vielleicht ungewohnt, geben dir aber einen realistischeren Eindruck als ein einzelnes Vorstellungsgespräch.
Auch die Größe des Salons spielt eine Rolle: In einem kleinen Team lernst du oft schneller eigenständig zu arbeiten, weil weniger Personen für dieselben Aufgaben zuständig sind, während ein größerer Salon meist eine klarere Aufteilung nach Spezialisierung bietet, etwa eigene Coloristinnen oder Stylisten für besondere Anlässe. Beide Varianten haben ihre Vorteile, entscheidend ist, welche Lernumgebung besser zu deinem eigenen Tempo passt.

5 Tipps für den Start in die Friseur-Ausbildung
- Informiere dich vor der Bewerbung, ob der Betrieb nach Tarif zahlt, das wirkt sich direkt auf deine Vergütung aus.
- Frage im Vorstellungsgespräch konkret nach dem Ausbildungsplan und ob ein Berichtsheft digital oder handschriftlich geführt wird.
- Bringe von Anfang an Geduld für einfache, wiederkehrende Aufgaben mit, sie sind die Basis für spätere komplexere Techniken.
- Nutze ein Praktikum oder einen Schnuppertag, um den Arbeitsalltag realistisch kennenzulernen, bevor du dich entscheidest.
- Plane für die Gesellenprüfung Teil 1 bereits ab der Mitte des ersten Lehrjahres Lernzeit ein, nicht erst kurz vorher.
Häufige Fragen zur Friseur-Ausbildung
Wie lange dauert eine Friseur-Ausbildung?
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Bei guten schulischen Leistungen oder Vorqualifikationen lässt sie sich auf bis zu 18 Monate verkürzen, Stand Oktober 2026.
Wie viel verdient man als Friseur in der Ausbildung?
Für 2026 beginnende Ausbildungen gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von 724 Euro im ersten, 854 Euro im zweiten und 977 Euro im dritten Lehrjahr. Mit Tarifbindung kann der tatsächliche Betrag höher liegen.
Was braucht man für die Friseur-Ausbildung?
Üblich ist mindestens ein Hauptschulabschluss, viele Betriebe bevorzugen Realschulabschluss oder Abitur. Wichtiger als die Schulnoten ist oft die Motivation für Handwerk und Kundenkontakt.
Darf man ohne Ausbildung als Friseur arbeiten?
Für die eigenständige fachliche Ausübung des Berufs ist die abgeschlossene Ausbildung mit Gesellenprüfung der reguläre Weg. Ohne Ausbildung sind allenfalls unterstützende Tätigkeiten im Salon möglich, keine eigenständige Kundenbetreuung mit Schnitt und Farbe.
Wie läuft die Gesellenprüfung im Friseurhandwerk ab?
Sie ist als gestreckte Abschlussprüfung organisiert, mit Teil 1 in der Mitte des zweiten Lehrjahres und Teil 2 am Ende der Ausbildung. Teil 1 zählt 25 Prozent, Teil 2 75 Prozent der Gesamtnote.
Einen Überblick über alle Stationen im Friseurhandwerk gibt die Seite Friseur als Beruf, Details zum Verdienst nach der Ausbildung findest du beim Friseur-Gehalt. Wer später eine Führungsposition oder den eigenen Salon anstrebt, informiert sich frühzeitig über die Friseurmeisterschule.